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Eins kann ich sagen, von dem ich weiß, dass es vollkommen der Wahrheit entspricht, dass wenn du nicht fragen kannst, du verloren bist. Ich war nicht in der Lage zu fragen, als ich unter Beruhigungsmitteln in den Helikopter gebracht wurde. Warum sollte ich fragen, ich hatte den Leuten vertraut, als sie mir Minuten davor versprochen hatten, sie würden mich in mein Krankenhaus bringen. Aber als ich ankam und die Sanitäter mich ausluden und fröhlich sagten, ich sollte mir doch die Frankfurter Skyline ansehen, dass ich so einen Chance nicht wieder bekommen würde, wurde mir noch viel schlechter als sowieso schon. Nicht nur das es total bescheuert war, soetwas zu sagen, weil ich eine Halskrause trug und mich kein Stück bewegen konnte, nein ich war in Frankfurt und nicht in meiner Stadt. Alleine ohne irgendetwas bei mir zu haben, mit Schmerzen und sonst allem was dazu gehört. Ich erinnere mich nicht daran, wie ich in den Schockraum gekommen bin, aber der Moment wo ich an die Decke starre und die ganzen Geräte sehe, macht mir bis heute noch Angst. Es sind mindestens 15 Leute um mich herum, die Meisten wollen etwas von mir, fragen mich etwas, fassen mich an, sehen mich an, verlangen etwas, aber ich bin nicht in der Lage auf irgendwas zu reagieren. Ich höre wie die Sanitäter meine Geschichte erzählen und mir ist bewusst, das sie so nicht stimmt, das es anders war, bin aber nicht in der Lage zu widersprechen. Es ist ein schreckliches Gefühl dort zu liegen und deinen Kopf nicht drehen zu können, nicht zu sehen, was genau um dich herum passiert, weil du nur an die Decke sehen kannst. Die ganzen Menschen um dich herum, das macht einen noch viel mehr Angst. Der Arzt wollte meine Kleidung aufschneiden, damit es schneller ging, aber ich erinnere mich daran, dass eine Schwester sagte sie würde sie mir ausziehen und darüber war ich wahnsinnig froh, denn damals liebte ich diese Kleidung. Also fingen mindestens 5 Leute an mich auszuziehen, was bestimmt kein gutes Gefühl war, aber ich stand unter Beruhigungsmittel und hatte Schmerzen und Angst, da ist einem vieles egal. Das einzige was ich anlassen durfte war mein Höschen und ich verfluchte nachher dass ich nur einen String trug. Als die Ärzte alles im Schockraum getan hatten, was sie wohl tun mussten, wurde ich durchs Krankenhaus gerollt, man bedenke ich war wirklich nackt, sie legten mir ein kleines Laken um, aber meine Brüste konnte man am Anfang trotzdem sehen, bis sich mir jemand das Laken etwas höher zog. Nicht so, dass man nicht trotzdem gemerkt hätte, das ich nackt bin, aber so präsentierte man nicht allen meine Brüste. Die Halskrause hinderte dabei noch immer mich irgendwo umzublicken. Ich bin mir nicht sicher, wie viele Untersuchungen ich mit gemacht hatte, bis ich ins MRT kam. Der Arzt war der Erste, bei dem ich mich in guten Händen fühlte, er sprach mit mir und erklärte mir alles, bis ich ihm erklärte das ich schon öfters im MRT war und wüsste, wie das abläuft. Ich bin mir nicht sicher was es war, dass ich diesem Arzt vertraute, aber als ich nach einer Stunde im MRT immer wieder durch die Kopfhörer von ihm gesagt bekam, wie gut ich das machte, beruhigte sich meine Seele etwas und wahrscheinlich bin ich irgendwann in dem Ding eingeschlafen, weil ich einfach so müde war. Ich wurde wieder weiter gefahren, bis ich meine Mutter irgendwann rufen hörte. Ich konnte sie nicht sehen, die Halskrause verhinderte es. Ich musste in dem Moment wieder stark sein, also versuchte ich irgendwie zu lächeln und zu sagen, dass schaffe ich auch noch alleine mam und die Frau schob mich weiter, obwohl meine Mutter sagte, ich habe noch nicht einmal mit ihr gesprochen. Das Schlimme ist, ich weiß, wie schlimm es für meine Familie war, und das tat mir verdammt leid, aber ich hatte die Schmerzen, ich war doch das Opfer nicht sie, und trotzdem musste ich stark sein, durfte nicht einfach meinen Schmerzen erlegen. Als ich auf ein Zimmer gefahren wurde waren meine Eltern und mein Freund bei mir, aber es gab mir in dem Moment keine Kraft, weil ich einfach alleine sein wollte und ich wollte schlafen und weinen. Mich nicht rechtfertigen zu müssen, warum das ganze passiert ist. Irgendwann bekam ich endlich eines dieser schrecklichen Krankenhausgewänder an, aber alles war besser, als nackt zu sein und sich noch ungeschützter als sowieso schon zu fühlen. Ich erinnere mich an viele Einzelheiten nicht mehr genau und ich bin mir sicher, dass ist ein Schutz von meinem Gehirn, damit ich nicht vollkommen zusammenbreche, wenn ich daran denke. Ab da an lief alles schief, aber wirklich alles.
2.1.15 11:38
 


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